Wertschöpfung sichern – erneuern – neu schaffen
Deutschland verfügt über eine starke industrielle Basis, technologisches Wissen, leistungsfähige Unternehmen und erfahrene Menschen. Doch vergangener Erfolg garantiert keine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.
Technologien, Märkte und globale Wertschöpfungsstrukturen verändern sich. Neue Wettbewerber entstehen, Entwicklungs- und Innovationszyklen werden kürzer und Wissen verliert schneller an Aktualität.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
Wie erhalten wir das Bestehende?
Sondern:
Wie schaffen wir aus unseren heutigen Stärken immer wieder die Fähigkeiten für die nächste Generation wettbewerbsfähiger Wertschöpfung?
Unser Nordstern
Deutschland als weltweit führenden Industriestandort erhalten und weiterentwickeln.
Wettbewerbsfähige Wertschöpfung ist dabei kein Selbstzweck. Sie schafft die wirtschaftliche Grundlage für Wohlstand, individuelle Handlungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Stabilität.
Daraus ergibt sich die strategische Aufgabe:
Wertschöpfung sichern → erneuern → neu schaffen
Sichern, was weiterhin wettbewerbsfähig und strategisch relevant ist.
Erneuern, was durch neue Technologien, Prozesse, Geschäftsmodelle und höhere Produktivität wieder wettbewerbsfähig werden kann.
Neu schaffen, wo neue Märkte, Technologien und Wertschöpfungsmöglichkeiten entstehen.
Die 5 Säulen

1. Innovation & neue Wertschöpfung
Veränderungen früh erkennen und Wissen schneller in wettbewerbsfähige Produkte, Services und Geschäftsmodelle übersetzen.
Kernfrage: Was müssen wir künftig können und anbieten?
→ Mehr zu Säule 1
2. Produktivität, Industrialisierung & Lernen
Bestehende und neue Wertschöpfung durch NEW LEAN, Digitalisierung, KI, Automatisierung und schnellere Lernzyklen produktiver und wettbewerbsfähiger machen.
Kernfrage: Wie werden wir schneller, produktiver und lernfähiger?
→ Mehr zu Säule 2
3. Kapital, Investition & Skalierung
Kapital in neue Fähigkeiten übersetzen und Innovationen von der Idee über die Industrialisierung bis zur internationalen Skalierung finanzieren.
Kernfrage: Wie finanzieren wir Erneuerung und Skalierung?
→ Mehr zu Säule 3
4. Menschen, Wissen & Unternehmertum
Kompetenz, Erfahrung, Wissen und Verantwortungsfähigkeit entwickeln und daraus Innovation und unternehmerisches Handeln entstehen lassen.
Kernfrage: Wie entstehen die Fähigkeiten für die nächste Generation der Wertschöpfung?
→ Mehr zu Säule 4
5. Wettbewerbsfähiges Standortsystem & systemische Ordnungspolitik
Unternehmerische Eigenverantwortung mit leistungsfähigen Rahmenbedingungen, Subsidiarität und wirksamer Zusammenarbeit verbinden.
Kernfrage: Unter welchen Bedingungen kann wettbewerbsfähige Wertschöpfung entstehen?
→ Mehr zu Säule 5
Was die fünf Säulen verbindet
Die fünf Säulen sind keine voneinander unabhängigen Handlungsfelder. Erst ihr Zusammenspiel ermöglicht, bestehendes Produktivkapital zu sichern und zu erneuern sowie neues Produktivkapital aufzubauen.
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Was verstehen wir unter Produktivkapital?
Produktivkapital ist das gesamte Fähigkeitssystem, aus dem zukünftige wettbewerbsfähige Wertschöpfung entstehen kann.
Es umfasst weit mehr als Maschinen und Fabriken. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Kompetenzen und Erfahrungen, Technologien und Architekturen, Software und Daten, Anlagen und Prozessen, industriellen Netzwerken sowie Investitions- und Skalierungsfähigkeit.
Der Mensch selbst ist dabei kein „Kapitalbestand“. Menschen tragen Wissen, Erfahrung, Kreativität, Urteilskraft und Verantwortung. Ihre Fähigkeiten sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, Produktivkapital aufzubauen und zu erneuern.
→ Mehr: Was ist Produktivkapital?
Vier Prinzipien des Handelns
Über alle fünf Säulen hinweg gelten vier Prinzipien:
Verantwortung | Lernen | Geschwindigkeit | Kooperation
Verantwortung: handeln und für die Wirkung einstehen.
Lernen: Erfahrungen systematisch in besseres Wissen und bessere Entscheidungen übersetzen.
Geschwindigkeit: nicht Menschen schneller arbeiten lassen, sondern Entscheidungs-, Entwicklungs-, Industrialisierungs- und Lernzyklen verkürzen.
Kooperation: eigenständig handeln, wo dies überlegen ist, und Fähigkeiten verbinden, wo Zusammenarbeit mehr bewirkt.
Die Verteilung von Verantwortung folgt dabei dem Ordnungsprinzip der Subsidiarität:
Eine Aufgabe soll auf der niedrigsten Ebene gelöst werden, die sie wirksam lösen kann.
Der Wettbewerbstest
Am Ende entscheidet nicht die Zahl der Programme, Technologien oder Investitionen.
Entscheidend ist, ob daraus wettbewerbsfähige Wertschöpfung entsteht.
Dafür betrachten wir drei miteinander verbundene Dimensionen:
Differenzierung × Produktivität × Geschwindigkeit
Differenzierung: Schaffen wir für Kunden einen relevanten Mehrwert?
Produktivität: Können wir diesen Wert wettbewerbsfähig erzeugen?
Geschwindigkeit: Entwickeln, industrialisieren, skalieren und lernen wir schnell genug?
Von der Success Trap zum Success Loop
Erfolg kann zur Falle werden, wenn erfolgreiche Strukturen immer weiter optimiert werden, während sich Technologie, Markt und Wettbewerb grundlegend verändern.
Die Alternative ist ein sich selbst erneuernder Kreislauf:
Wissen → Innovation → Investition → Industrialisierung → Skalierung → wettbewerbsfähige Wertschöpfung → Ertrag → Reinvestition → erneuertes Produktivkapital → neues Wissen ↺
Der Erfolg von heute muss damit auch die Fähigkeiten für morgen hervorbringen.
→ Von der Success Trap zum Success Loop
Schluss
Unsere Aufgabe ist nicht, den industriellen Erfolg der Vergangenheit zu bewahren. Unsere Aufgabe ist, aus den heutigen Stärken immer wieder die Fähigkeiten für die nächste Generation wettbewerbsfähiger Wertschöpfung zu schaffen.
